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News - Blog Post

CCC - Review 06/22

Aktualisiert: 4. Juli



Der Monat Juni startete im Café Cycle Club definitiv mit einem Jahreshighlight und – so viel darf für diesen Newsletter auch verraten werden – endete radfahrtechnisch auch mit einem (siehe unten).


Der Tag im Sattel – Was für ein Ritt


Schon lange im Voraus hatten sich einige CCCler nicht nur den 11. Juni selbst, sondern gleich das ganze Wochenende dick im Kalender markiert. Denn eines war klar: Für viel mehr als Radfahren sollte an diesem Wochenende kein Platz sein. Grund dafür war der bislang längste Ride der noch jungen CCC-Geschichte. 406 Kilometer und über 4.600 Höhenmeter standen auf der Speisekarte. Logisch, dass man zu einem solchen Ride nicht bloß mit Trinkflasche und Riegel erscheint. So wurde in einer Videokonferenz alles genau besprochen. Abfahrtszeit und Ort, taktisch clevere Pausen-Spots in Anlehnung an das Streckenprofil, Verpflegungsliste sowie Material und eventuelle Notausgänge in Form von Bahnhöfen. Denn die Tour ähnelte auf der Karte eher einem großen Kreis als einem Stern.


Vom Start in Essen-Velbert ging es über Ennepetal und Brekerfeld weiter nach Meinerzhagen (100 km). An Morsbach vorbei streiften wir den Westerwald und genossen bei Linz eine Fährfahrt über den Rhein (200 km). Es folgte ein wundervoller Abschnitt zwischen Bad Neuenahr und Bad Münstereifel, wenngleich uns die Folgen des Hochwassers nicht verborgen blieben. Die Kilometer 200 - ca. 320 verbrachten wir in der Eifel, ehe die letzten gut 80 Kilometer wieder schön flach wurden.


Über den Ride gibt es so viel zu erzählen, dass es diesen Newsletter sprengen würde. Daher nur in aller Kürze:


1.​ Die Strecke war ein absoluter Traum. Gerade zwischen den Kilometern 50 und 300 kann man sich schlecht vorstellen, wie man in diesen Regionen viel besser fahren könnte. Großer Dank auch nochmal an unseren Member Michael, der uns die Route geteilt hat sowie an Sebastian, der in den Hochwasserregionen optimiert hat.


2.​ Ein solches Unterfangen ist anstrengend – ohne Frage. Gerade den eigenen Kopf muss man immer wieder beschäftigen und ablenken. Daher hier nochmal ein riesen Dank an alle, die das Team an diesem Tag unterstützt haben. Über WhatsApp gingen unzählige Nachrichten ein, die auch zu den Fahrern durchdrangen. Mit euch wurde es nie langweilig.


3.​ Vielen Dank an Sven, der 24 Stunden lang Begleitfahrzeug, Fotograf, Pizzalieferant, Motivator und "McDonalds" in einem war. Mega Einsatz und alles andere als selbstverständlich.


Die Unternehmung hat gezeigt, dass es Interesse an Long-Distance-Rides im CCC gibt. Zeitgleich stellten sich weitere CCC Member erfolgreich der Ruhr2North Sea-Challenge (300km). Mit einer guten Truppe und Bock aufs Radeln muss man für solche Abenteuer nicht sein Leben lang Radfahren. Etwas Wille und eine gute Crew, die wir wirklich haben, wirken hier Wunder.


Um es weiteren Membern zu ermöglichen, auch die Erfahrungen auf einer sehr langen Radfahrt zu erleben, wird es Ende August einen weiteren Ride von ca. 300 km geben. Diesen plant unser Member Kathrin.


Der Coffee-Ride des Monats – oder doch "Sauna-Ride"


Am 18. Juni fand unser monatlicher Coffee-Ride statt. Von zentraler Stelle ab Düsseldorf ging es auf eine flache Schleife durch den Rhein-Kreis Neuss. Unser Dutzend an Membern begleiteten abermals einige neue Gesichter. Es wurde sich wieder viel ausgetauscht, viel gelacht, leider auch das ein oder andere Rad geflickt, aber vor allem wurde eines – geschwitzt. Temperaturen von über 30 Grad machten die Tour zu einer kleinen Hitzeschlacht. Die etwas vorverlegte Startzeit auf 9.30 Uhr half da nur bedingt. So wurde die Einkehr ins Café auch kurzerhand zu einem Zwischenstopp ins Eigelstein im Medienhafen abgewandelt. Bei kühlen Getränken konnten alle gegen Ende der Tour wieder den Kopf und die Beine runterkühlen. Der nächste Coffee-Ride findet am 10. Juli im Raum Gelsenkirchen statt.


Bestellung im August und Robusta Kollektion


Auch wenn wir aktuell leider noch auf die Bestellung vom März warten, denken wir schon wieder an den August. Neue nette Menschen haben zu uns gefunden und natürlich wollen wir sie so schnell es geht ausstatten. Daher werden wir versuchen, die nächste Bestellung bereits auf Anfang (statt Ende) August zu legen. Zum ersten Mal ist es in dieser Bestellung auch möglich, unsere neue Robusta Aero Kollektion in All Black zu bestellen. Aero Jersey, Bib Short sowie eine Cap sind für Damen und Herren in schlichtem schwarz verfügbar. Sogar auf das Royal Bikewear Logo können wir verzichten. Natürlich würden wir uns freuen, wenn ihr euch (nicht nur für die Black Coffee Rides) auch mal mit uns in schwarz kleidet und wir die Mindestmengen für alle Artikel erreichen. Anprobiert werden können die Musterartikel wieder ab nächster Woche zunächst in Gelsenkirchen. Wir lassen sie dann Mitte des Monats mal nach Düsseldorf „wandern“.


Dreiländergiro 2022 – Wahrlich eine Tour mit Höhen und Tiefen


Bereits im August des Jahres 2021 schloss das Anmeldefenster für den diesjährigen Dreiländergiro, sodass es dem CCC leider nicht mehr möglich war, eine Teamanmeldung zu vollziehen. Die einzelnen Anmeldungen unserer Member bündelten wir dann aber, um letztendlich doch ein sagenhaftes Clubevent zu organisieren. Neun Teilnehmer, ausgestattet in Arabica, machten sich also auf den Weg nach Nauders. Residiert wurde im Nauderer Hof, der mit großzügigem Spa-Bereich, Skypool und Mehrgangmenü am Abend unsere Erwartungen noch deutlich übertraf. Die Wettervorhersage passte sich den Umständen ebenfalls an – es waren strahlender Sonnenschein und mit 23 Grad beste Radfahrtemperaturen angekündigt.


Der Aktivierungsride am Vortag des Events war bereits schon ein Highlight für sich. In atemberaubender Kulisse, zogen die tapferen CCCler eine lockere Schleife um den Reschensee, der sich in kühlem Türkisblau von seiner wohl ansehnlichsten Seite offenbarte. Die Beine wurden locker, die Vorfreude stieg ins Unermessliche. Wenn das nur am folgenden Morgen der Beginn einer landschaftlich ähnlich schönen Tour sein sollte, dann konnten sich alle auf etwas ganz Großartiges freuen. Und genau so kam es dann auch…


Der Vorabend schloss mit einem kurzen Fahrerbriefing im Festzelt des Veranstalters. In Volksfestatmosphäre gab es für alle Teilnehmer die letzten wichtigen Infos. Anschließend wurde die CCC interne Pastaparty im Hotel begangen, die natürlich weit mehr als "nur" Pasta bereithielt.


Und dann kam der große Tag. Der Wecker klingelte um 4.45 Uhr. Dennoch war von Müdigkeit keine Spur. In großer Vorfreude gab es an diesem Morgen das CCC-Frühstück bereits um 5 Uhr. Um 6.30 Uhr fiel ja schließlich schon der Startschuss. Mit Verhallen eben solchem, ging es auf die große Fahrt. Gut 30 km "Einrollen" Richtung Prad. Wieder führte uns unser Weg vorbei am wunderschönen Reschensee, der an diesem Morgen noch sehr verschlafen da lag. Das Surren der hunderten Räder verlieh der sonst herrschenden Stille aber Leben. Man spürte die Energie eines jeden Teilnehmers. Es war viel Bewegung im Fahrerfeld. Das sollte sich ändern…


Nach einer langen Abfahrt in Prad angekommen, ging es sehr gemächlich die ersten Meter bergauf. Erste Schilder wiesen auf den Sehnsuchtsort aller hin – das Stilfser Joch. Bis Trafoi sollte es noch eine angenehme Reise werden. Stetig, aber nicht allzu steil verlief der erste Teil des Aufstiegs. Wir hielten an, versorgten uns an der letzten Labestation vor dem Stelvio und dann ging es auch schon los. 48 Kehren bis auf eine Höhe von 2.757 m, das waren die nackten Zahlen. Der höchste Gebirgspass Italiens und der zweithöchste asphaltierte Pass der Alpen. Manche Kehren kamen in kurzen Abständen, manche in gefühlt ewigen Distanzen. Eines hatte aber alle Meter des Anstiegs gemeinsam – es ging kontinuierlich hoch. Erholungsphasen bewegten sich zwischen 5 und 6 Prozent Steigung, meist war es über acht, manchmal auch an die zehn. Hinzu kam tatsächlich ein weiterer Faktor, der den meisten von uns im Radalltag nur sehr selten begegnet. Die Zusehens "dünnere" Luft. War zu Beginn noch ein runder Tritt an der eigenen Schwellenleistung möglich, verschwanden alle hundert Meter Aufstieg weitere Watts vom Garmin und Wahoo, wenngleich der Puls sich einfach nicht beruhigen wollte. Gefragt war so langsam die Leidensfähigkeit jedes Einzelnen. Die Markierungen in jeder Kurve zeigten unerbittlich, wie weit es noch war. Während bei Kehre 30 sicherlich noch niemand den inneren "Countdown" startete, sah das ab Kehre 19 sicherlich schon anders aus. Dachte man zu Beginn noch an "Watt pro Kilo" oder an irgendeine Zeit, wurden diese Gedanken bald abgelöst durch: "Ich will einfach nur oben ankommen". Irgendwann nach irgendwo zwischen zwei und drei Stunden reiner Fahrtzeit am Stelvio, kamen aber alle CCCler oben an. Sicherlich überglücklich das "Monster" des Tages bezwungen zu haben, aber weit davon entfernt, den Tag beschließen zu können.


Für den einen Teil der Arabica-Truppe folgten weitere 65 Kilometer und für zwei von ihnen gar noch 110. Zunächst hiess es aber durchatmen, sofern das auf fast 3.000 Meter über Null mit nassem Trikot denn eine Wohltat war. Belohnt wurden alle mit einer schier endlosen Abfahrt über den Umbrailpass. Enge Kehren wechselten sich mit langgezogenen Kurven ab. Ein Traum für die Abfahrtskönige unter uns. Anschließend trennten sich die Strecken. Ein Teil drehte nach Osten ab, um gen Reschenpass vorzudringen, der andere Teil stand sofort wieder vor der nächsten Herausforderung – dem Ofenpass. Abermals wurden alle aufs Neue gefordert. Am Reschenpass waren es die brutalen Steigungsprozente, die den bereits geschundenen Oberschenkeln alles abverlangten, am Ofenpass die unendlichen Weiten, die den Berg als äußerst "unehrlich" erschienen ließen. Die Crux war für alle sicherlich eins: Die Kombination jener Pässe mit dem Stelvio in den Beine