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News - Blog Post

CCC Review 05/23

Aktualisiert: 27. Juni




Nun stecken wir mitten drin, im langersehnten Radsommer. Der Wonnemonat Mai hatte es nach einigen regnerischen Anlaufschwierigkeiten im April mal so richtig in sich. Drei große Events, drei Clubrides und zahlreiche Midweek-Meetups, kurz gesagt, es wurde fast täglich gefahren. Hier kommt der Rückblick.


Vom Bordstein bis zur Skyline…


Was begrifflich für das Debütalbum von Bushido sehr gut passte, gilt für den Radklassiker Eschborn-Frankfurt gleichermaßen. Die Gründe sind nur vollkommen andere. Vom Bordstein hältst Du in Frankfurt nämlich lieber Abstand und für die Skyline hast Du auch vom Feldberg aus keine Zeit. Beides ist zwar irgendwie da, wenn Du es wahrnimmst, ist es aber meistens zu spät.


Die einen feiern ihn als Tag der Arbeit und die anderen als den Auftakt der deutschen Radklassiker – der 1. Mai. Für welche Variante man sich beim Café Cycle Club entscheidet, liegt natürlich auf der Hand. Bereits im vergangenen Jahr startete man erstmalig bei diesem altehrwürdigen Event als Team. Und auch dieses Mal waren wieder sechs CCCler vertreten.


Inzwischen gehört man ja schon ein bisschen dazu. Bei unserer Ankunft in Eschborn sind sie bereits alle vor Ort. Die Teams von Cofidis, DSM und Uno-X. Wir fühlen uns wieder sofort heimisch. Ja gut, die Busse der anderen sind momentan noch etwas größer. Aber ob das bei der Leidenschaft fürs Thema an sich auch so ist, da sind wir uns nicht mehr so sicher. Wir parken also unsere Fahrzeuge, laden die Räder aus und schieben Richtung Rezeption. Am Eingang wird man nett von André Greipel gegrüßt, zehn Minuten später hat man sein Zimmer bezogen und auf den Fluren davor wimmelt es nur so von Radfahrern, Mechanikern und Physiotherapeuten. In der Luft liegt ein Duft von Massageöl und wer durch die nur angelehnten Zimmertüren blickt, erkennt auch schnell warum. So sieht also eine professionelle Vorbereitung aus? Rumliegen und sich massieren lassen, das haben die „Stahlwaden“ des CCC nicht nötig. Wir sind ein bodenständiger Club und holen daher zunächst unsere Startunterlagen selbst ab, bevor wir beim Italiener zur Pasta-Party einkehren.





Einige von uns hatten bereits Eschborn-Frankfurt Erfahrung, andere nicht. Welche Ratschläge hat ein „alter Hase“ im Racing-Business also so parat? Gute Frage. Die Antwort könnte vielschichtig ausfallen. Aber bei einer Sache sind sich wohl alle einig: Such Dir verdammt nochmal eine Gruppe! Klingt einfach, denkt man. Bis man es tatsächlich machen muss…





Es ist Montagmorgen um 8:45 Uhr. Das Frühstück nahmen wir bereits um 6:30 Uhr ein. Die Räder hatten wir am Vorabend natürlich jeweils selbst präpariert. Und die „massierten Herrenwaden“ schlürften vermutlich im Hotel gerade noch gemütlich den ersten Kaffee des Tages. Aber hier, hier bei uns, beim ehrlichen und bodenständigen Radsport, da fiel jetzt der Startschuss zur 104 Kilometer langen Rundfahrt. 1.500 Höhenmeter, mehr und weniger schön verteilt, sollten uns den Tag zusätzlich versüßen. Bis der Tross der Vorausfahrenden sich in Gang setzte, vergingen nochmal weitere 90 Sekunden. Und dann rollten wir auch. Erst langsam, dann schneller und dann nicht langsam genug viel zu schnell. Ähhhm, was? Ja genau! Nix Coffee-Ride!


So ein Rennstart ist immer einzigartig. Erst befindest Du Dich in der Menschenmenge unter tausenden Radfahrern. Aus den Lautsprechern schallt meistens Europe’s „Final Countdown“ und gefühlte Sekunden später hörst Du nur noch den Wind, während Du mit knapp 60 Stundenkilometern über den Asphalt bretterst. Das Kuriose daran: Es fühlt sich zunächst gar nicht so schnell an. Die Leute um Dich herum sind ja genauso schnell. Eigentlich fährt man „nur mit“. So vergehen weitere zwei, drei Minuten bis man merkt, dass man die paar hundert Watt, die man gerade tritt, eigentlich gar nicht halten kann. Und erst jetzt kommt der einzigartige Teil – die Gruppenfindung. Die Weisheit des „alten Racing-Hasen“ wollen wir natürlich nicht ignorieren. Wie gelingt es also dieses Mal, eine geeignete Gruppe zu finden? Da man im CCC stets bemüht ist, vorausschauend zu denken, kommt auch hier natürlich nur Eins in Frage. Die Flucht nach vorne ans nächste geeignete Hinterrad. Wir ignorieren also noch einmal den bereits entstandenen Schmerz und legen zu, um die Zehnergruppe vor uns zu erreichen. Hier haben wir endlich Ruhe, um uns auf die kommenden Aufgaben zu fokussieren. Oh my Dear, welch ein Irrglaube...


Es gibt keine, aber auch wirklich absolut keine Gruppe, die Dir auch nur einen Hauch von irgendetwas gönnt. Alles, einfach alles wird als Anlass genommen, um das Tempo zu forcieren. Bereits hier kann sich Vieles entscheiden. Lässt Du jetzt locker, kostet das Minuten. Und da wir ja bekanntlich ein Rennen fahren, sind Minuten schon eine ganze Menge. Wir fügen uns also der Gruppendynamik. Kommt eine lange Gerade, wird gepusht. Steigt die Straße minimal an, wird gepusht. Kommt eine Kurve vor welcher runtergebremst wurde, wird ge… . Falsch, es wird aus dem Sattel gegangen, weil einfach nur pushen zu wenig ist, um dranzubleiben. Ach ja, da war noch etwas mit diesen Kurven. Du willst sie natürlich schön außen anfahren, präzise den Scheitelpunkt treffen und Dich am Ausgang weit hinaustreiben lassen, um möglichst wenig Geschwindigkeit zu verlieren. Das ist eine prima Idee. Du bist allerdings nicht alleine unterwegs. Alle paar hundert Meter stehst Du also vor der erneuten Abwägung zwischen Kurveneffizienz und Risiko. Und hier kommt noch ein „Mitspieler“ von eben dazu – der Bordstein. Halte Dich von ihm fern. Er ist Dein Feind! Na was sollen wir nun zusammenfassend sagen? Die ersten 35 Kilometer Eschborn-Frankfurt sind vorbei. Wir verbrachten sie irgendwo in einer Jonglage aus Adrenalin, taktischem Denken, brennenden Oberschenkeln und ein bißchen Wahnsinn. Das macht auf der Uhr aber bis dato auch 42 km/h im Schnitt. Gar nicht mal schlecht für uns „Coffee-Rider“…


Endlich. Der erste längere Anstieg des Tages liegt voraus. Es geht auf den Feldberg. Zwar gut zehn Kilometer lang, dafür moderat in der Steigung. Wir freuen uns. Denn die nächste halbe Stunde dürfen wir endlich ganz alleine leiden. Keine Gruppen, keine schnellen Kurven und einfach das eigene Tempo. Es ist fast wie Urlaub…


Die anschließende Abfahrt bietet Abwechselung. Enge Kurven wechseln mit langen, Passagen durch bewaldete Abschnitte wechseln mit sonnigen Geraden. Unten angekommen sind wir zwar nicht entspannt, dafür aber etwas erholt um uns wieder auf Gruppensuche zu begeben. Das Spielchen beginnt also von vorn. Irgendwann gelingt es wieder, sich hinter einigen gleichstarken Fahrern einzureihen, um die nächsten flachen Kilometer abzuspulen. Und dann folgt das nächste Highlight. Es ist eine Legende im Radsport – der Mammolshainer Stich. Du weißt bereits, wann Du Dich ihm näherst. Nämlich genau dann, wenn alle um Dich herum verdächtig langsam fahren, obwohl es doch viel schneller ginge. Es ist noch mäßig ansteigend und Du könntest locker deutlich zulegen. Machst Du aber besser nicht. Ein, zwei Abzweigungen später weißt Du auch warum. Im Alltag ist sie eine kleine Stichstraße im Herzen Mammolshains. Sie trägt den unspektakulären Namen „Am Steinbruch“. Bist Du sie ein einziges Mal mit dem Rad heraufgefahren, wirst Du sie Dein Leben lang nicht vergessen. An der steilsten Stelle knapp 22 Prozent Steigung. Hier helfen Dir grölende Fans am Straßenrand mehr als alles andere. Hierauf kannst Du dich nicht vorbereiten. Du musst es einfach akzeptieren, dass es jetzt wehtun wird. Augen zu, durchhalten und atmen…


Oben angekommen kann man sich erholen. Zumindest fühlt sich der Rest des Berges wie Erholung an. Auch wenn es immer noch moderate acht Prozent sind. Das ist allen aber nun völlig egal. Spätestens hier hat niemand mehr Ambitionen dem anderen davonzufahren. Es geht jetzt nur noch darum anzukommen. Aber mit dem Zielstrich wird man bereits wenige Kilometer später auch schnell belohnt.





Was nehmen wir von unserer zweiten Teilnahme in Eschborn so alles mit? Mehr Rennfeeling als hier wirst Du als Jedermann vermutlich nirgendwo bekommen. Außerdem bietet die abwechslungsreiche Strecke für Fahrertypen aller Art einen eigenen Reiz. Vermutlich sind wir auch im nächsten Jahr wieder in Arabica am Start. Wenn der Klub also mehr und mehr zum Klassiker heranwächst, bleibt er Eschborn-Frankfurt treu, das längst dieses Status erreicht hat.



Wenn aus Five and half lake #hatkeiner wird…


Die Eckdaten dieser Runde über 5 1/2 Seen im Bergischen Land waren relativ unspektakulär. 94 Kilometer und 1300 Höhenmeter klingen nach einer ordentlichen Wochenendausfahrt - im CCC natürlich wie immer in bester Gemeinschaft. Wenn unser Member Henry K. das Ganze organisiert, war aber eigentlich schon vorher klar, dass wir hier keinen Standard-Ride zu erwarten hatten.


Mit 13 Membern begaben wir uns auf eine landschaftlich wunderschöne Strecke, passierten Seen und überquerten Talsperren. Da wir uns in der Homebase von Dennis O. befanden, nutzte dieser die Chance und stieg wenig später zu und etwas eher wieder aus. Hausrunde im Peloton sozusagen. Auch kehrten wir auf der Hälfte der Strecke ein. Ein idyllisches Café in bester Lage und einige Leckereien hatten wir - CCC gemäß - quasi für uns alleine. Alle waren relaxed - bis auf Henry, der immer mal wieder sein Handy checkte. So schlecht sah das Wetter doch gar nicht aus!?





Wir setzten den Ride fort und nach weiteren Höhenmetern steuerten wir auf die Ennepetalsperre zu. Zur Verwunderung vieler stand mitten auf der Talsperre unsere CCC Beachflag und wehte im Winde. Und als wir näherkamen, sahen auch alle, was sie bewirken sollte. Sie wies uns den Weg zu einem kleinen Mini-Buffet, bestehend aus Kaltgetränken und kleinen Naschportionen.


Ein wenig Orga war dafür im Vorfeld schon notwendig. So holte Henrys Frau nach Abfahrt des Pelotons am Morgen die Beachflag vom Parkplatz, die unter Flo’s Auto deponiert war, fuhr diese zur Talsperre und baute sie zusammen mit dem kleinen Buffet auf. Aufgrund der Tatsache, dass die eigentlich geplante Location an der Bevertalsperre gesperrt war, gab es für Henry auch auf dem Ride noch etwas zu tun, indem er seiner Frau Standorte schickte.


Die Begeisterung bei allen war sichtbar - spätestens dann, als Henry auch noch seine Drohne steigen ließ, um diesen besonderen CCC-Moment aus der Vogelperspektive festzuhalten.

Definitiv etwas für die Kategorie #hatkeiner. Wir brachten den Ride gut gestärkt zu Ende und halten fest: Five and half lake war mehr als die einfache Wochenendausfahrt. Danke an Henry und seine Frau sowie alle, die dabei waren.





"Amerölche" zum 3 Rides Festival Aachen...


Wenn eine landschaftlich schöne Strecke inklusive Verpflegungsstationen, an denen Gewürzgurken und Süßigkeiten versprochen werden, direkt bei uns „ums Eck“ angeboten wird, deren Premiere im letzten Jahr schon ein tolles CCC-Event hervorbrachte, ist es selbstverständlich, dass wir uns wieder an den Start bringen. Diesmal hatten sich über zehn Member auf unterschiedlichen Distanzen gemeldet.


Die Anreise einiger CCCler am Vorabend gilt inzwischen ebenso als gesetzt wie das Team-Dinner. Die L‘Osteria in der Nähe des Eventgeländes (selbiges, auf dem auch das Weltfest des Pferdesports, der CHIO stattfindet) bot uns dafür die ideale Location. Wie gut, dass wir zuvor reserviert hatten. Wenn man nicht schon an den T-Shirts erkannte, dass wir zusammengehören, müsste spätestens die ausgelassene Stimmung, die durch Vorfreude auf das Event geprägt war, dafür gesorgt haben. Wir halten für die nächsten Events in jedem Fall fest: Team-Dinner machen den Extra-Reiz aus und bleiben bestehen.


Am Folgetag war es dann so weit. Wir begaben uns – mit unterschiedlichen Startzeiten auf die Strecken. Da das Event keine Zeitnahme vorsieht, war es quasi ein Clubride mit Verpflegungsstationen – und was für einer. Landschaftlich super abwechslungsreich ging es durch Deutschland, Belgien und Holland. Ein Hochgenuss, wenn man dazu noch zahlreiche Arabica Jerseys seine Begleitung nennen darf. Auch wenn unsere Gruppe leistungsmäßig recht heterogen war, kamen wir am Ende der Anstiege immer wieder zusammen und so manch andere/r Teilnehmer/in stellte sich am Berg wohl die Frage, wie oft man an einem Tag auf derselben Strecke von einem (selben) Arabica-Jersey überholt werden kann.





Ein paar Funfacts hielt der Tag auch noch bereit: Gleich der erste Streckenposten leitete uns in die falsche Richtung, sodass wir zunächst mit ca. 30 Leuten eine Absperrung durchquerten. Annalena hat dies zeitig erkannt, machte den Spuk nicht mit und fuhr nach nur 100 Metern ihr eigenes Event. Schon im Zug nach Hause sitzend fragte sie mal vorsichtig, ob wir schon im Ziel wären. Bei einem Cappuccino und mit Croissant in der Hand antworteten wir, dass wir es heute ruhig angehen ließen.


Darüber hinaus fiel auf der langen Distanz eine Verpflegungsstation aus. Das hatte zur Folge, dass die darauffolgende Verpflegungsstation nur noch spärlich bestückt war. Gewürzgurken suchte man hier vergebens. Diese kamen dann aber noch an der letzten Labestelle. Zusammen mit Bier (0,0%) und sauren Gummibärchen ein Traum.


Ein Blick auf Strava im Anschluss an das Event verriet Martin S., dass er zwei KOM´s um jeweils 2 Sekunden verfehlt hat. „Hätte ich das gewusst, hätte ich den GA1-Modus vielleicht doch einmal verlassen“, kommentierte er nach der Veranstaltung. Wir sind ja schon froh, dass er nicht mehr ausschließlich auf KB (Keine Belastung) fährt.


Am Ende war das aber auch alles egal. Übrig blieb ein hervorragender Groupride bei bestem Wetter und toller Landschaft und ganz viel Arabica. Die Orga konnte nicht an jene des letzten Jahres anknüpfen. Aber so ist es ja überall (und auch im CCC): Ein gutes erstes Jahr hinlegen, können viele. Das Level dann auch halten, fällt schon deutlich schwerer. Wir jedenfalls, geben uns Mühe!





Who cares about the "Startblock"?


Es sollte etwas anders als die anderen Radsportevents sein, haben sie gesagt. Flippiger. Mehr auf locker, aber dennoch mit der nötigen Würze. Hat es das gehalten? Sagen wir mal so, wenn Du beim Zieleinlauf mit Deinem Rad zusammen in den dichten Rauch der Bengalischen Feuer gehüllt wirst und der Mann am Mikrofon einen Spruch nach dem anderen raushaut, dann hast Du die Antwort erhalten…


Wir haben beim Rad Race 120 in Sonthofen gleich mehrere Dinge gelernt. Erstens wissen wir jetzt wie schön das Allgäu sein kann. Zweitens haben wir zu spüren bekommen, dass es nicht immer die Alpen sein müssen, um ans Limit zu gehen.

Der Anreisetag, man ahnt es, hatte wieder einmal gleich das erste Highlight zu bieten. Während ein Teil der Truppe sich bereits auf die erste kleine Erkundungsrunde begab, bereiteten andere sich lieber mit Kuchen auf das kommende Wochenende vor. Positiver Nebeneffekt bei der Kuchen-Fraktion, sie entdeckten eine wundervolle Location fürs abendliche Team-Dinner.





Nach dem gemeinsamen Abholen der Startunterlagen und dem Riders-Briefing begab man sich in die Schlosswirtschaft ins Schloss Immenstadt. Und wie es sich für eine ordentliche Vorbereitung aufs Bergzeitfahren am Samstag gehörte, stärkte man sich mit zünftigem Essen und dem ein oder anderen Kaltgetränk.


Es war Samstagmorgen. Wir brachen zu einer kleinen Aktivierungsfahrt auf, ehe am Nachmittag der CCC an der Reihe war, sich die 4,3 Kilometer lange Strecke hinaufzuschrauben, um beim Bergzeitfahren den Startblock zu bestimmen, aus welchem man am Sonntag ins Rennen starten durfte. Und wie ein CCC Groupride eben so abläuft, wir kehrten selbstverständlich nach 40 km und dem Überwinden des Oberjoch Passes zur Kuchenpause ein. Die Beine waren nun locker und der Geist bereit. Dachten wir…


Um 17.12 Uhr genau sollte es so weit sein. Von der Startrampe runter und durch den Sprecher angekündigt, ging es fürs Team dann los. Wie weit konnten diese gut 4 km schon sein? Einmal auf die Zähne beißen und schon ist’s vorbei – Pustekuchen. Gleich 200 Meter nach dem Start stand sie vor uns, „eine Wand“ von 15 Prozent. Zwar nur wenige hundert Meter lang. Aber einen Fehler machten ausnahmslos alle. Sie gingen es zu schnell an. Vielleicht deshalb, weil es für die Zuschauer im Startbereich gut ausschauen sollte, vielleicht aber auch aufgrund einer gewissen Selbstüberschätzung. Mit gut 5,5 W/kg im Wiegetritt in dieses Zeitfahren zu starten, ist vermutlich für Pogacar und Co eine gute Idee, nicht aber für die Teilnehmer einer Jedermannveranstaltung. Zwar erholte sich der ein oder andere noch einmal etwas besser davon in den folgenden Kehren als der andere, gemein hatte sie oben angekommen aber eins. Nämlich einen „sparsamen“ Gesichtsausdruck und erstmal keine Luft, um darüber zu sprechen. Was bleibt ist dennoch das Erlebnis auf den letzten Metern von so vielen fremden Menschen angebrüllt worden zu sein, dass man den 190er Puls kurzzeitig vergessen hatte. Und wie eigentlich immer beim CCC, nehmen wir in erster Linie eine tolle Erfahrung mit und weniger ein Ergebnis.


So standen wir folglich am Sonntagmorgen in Sonthofen mit dem ganzen Team an der Startlinie. Ja gut, es hatte am Vortag nur zu Starblock C gereicht. Aber wir werden gleich erfahren, warum auch das seinen Reiz haben kann. In so einem Rennen triffst Du halt immer viele Entscheidungen. Und eine davon ist, wann pushst Du und wann musst Du darum kämpfen, dranzubleiben. Da die ersten 30 Kilometer eher flach verliefen, machten wir uns unsere Teamgröße zunutze und entschieden uns dafür, den Zirkus am Start mal etwas von hinten aufzumischen. Der CCC-Zug setze sich in Bewegung und sobald nach den 6 km neutralisierter Startphase der nötige Platz entstanden war, gab es nur noch ein Motto: Attacke! Spätestens wenn Du vorne auf dem Tacho die 5 siehst, weißt Du, heute ist kein Coffee-Ride mehr. Die Beine laufen einfach von alleine, den Rest macht das Adrenalin. Und wenn Du dann noch Bartosz B. dabei hast, dann können sich alle, die kein Arabica tragen, warm anziehen. Startblock C war nach 15 Minuten Geschichte. Die etwas weiter vorne gestarteten Leute aus B hätten uns alsbald im Rückspiegel gesehen. Wenn sie denn einen gehabt hätten. So jedoch, mussten auch sie schnell feststellen, dass mit Arabica heute zu rechnen war. Irgendwann mussten wir dann selbst die Frage stellen, wo wir uns überhaupt inzwischen im Feld befanden. Ein fremder Mitstreiter verriet uns, dass er selbst weit vorne aus Block B gestartet war – Musik in unseren Ohren. Wir bedanken uns artig für die Auskunft und taten, was wir seit 25 km schon taten…





Dieses Rad Race im Allgäu kommt natürlich nicht ohne Höhenmeter aus. Daher wurde der CCC-Zug nicht durch die Konkurrenz gestoppt, sondern durch die erwarteten ersten Anstiege. Unser Plan ging also vollends auf. Erst Meter in der Gruppe machen und dann am Berg individuell weiterfahren. So splittete sich das Team zwar etwas auf, dennoch fanden sich immer wieder CCCler zusammen, die auch am Berg miteinander fahren konnten. Mit dem Sausteig und dem Rohrmoossattel galt es, zwei kleinere Anhöhen gleich zweimal zu überwinden. Unterbrochen wurde dieses Unterfangen von dem „Endgegner“ – dem Riedbergpass. Es gibt ja diese Pässe, die auf dem Papier zwar gemein ausschauen, sich dann aber als weniger wild herausstellen. Hier war es genau anders herum. Wir waren dort und können es jetzt bestätigen – Komoot lügt! Die maximale Steigung von 16 Prozent ist das i-Tüpfelchen. Das größere Problem ist jedoch das „i“ unter dem Tüpfelchen. Nämlich die Tatsache, dass man selten weniger als 14 Prozent hat. So sieht man sehr viele Ketten sehr weit links über die Kassetten rollen und zuweilen auch nicht wenige Radler, die die volle Straßenbreite ausnutzen oder gar schieben. In der Mittagssonne hat man noch einen weiteren Gegner zu bekämpfen. Wasser hilft zwar etwas gegen die Hitze, wenn Du es Dir in den Nacken schüttest. Es fehlt dann aber im Körper. Und egal welche Option Du wählst, zunächst hast Du Dich in beiden Fällen dafür entschieden, es als Mehrgewicht mit in den Anstieg zu nehmen. Klingt nach einer „Lose-Lose-Situation“…


Wie so oft im Leben, wird man nach großer Anstrengung belohnt. Die Verpflegungsstation auf der Passhöhe erscheint wie eine Oase in den unendlichen Weiten der Sahara. Die Flaschen werden aufgefüllt und eine Banane wird für die nun folgende Abfahrt auch nicht schaden. Und diese kann man nun wirklich in vollen Zügen genießen. Breite Straßen und lange Kurven bergen nur eine Gefahr. Du musst bei guten 90 km/h die Konzentration behalten, da dieser Downhillabschnitt wenig technischen Anspruch hat. Also nicht abschalten und rollen lassen. Endlich.


Wie bereits erwähnt, ging es alsbald ein zweites Mal über den Sausteig und den Rohrmoossattel. Nach der Erfahrung am Riedbergpass jedoch, fühlte es sich dieses Mal so an, als hätte jemand die Steigung aus dem Berg genommen. Fünf und sieben Prozent verglichen mit den 16 zuvor, waren dann doch ziemlich entspannt zu meistern. Die abschließenden Kilometer ins Ziel sollten laut Navi allesamt flach verlaufen. Komisch nur, dass die Streckenführung dann mitten in einer kleinen Ortschaft endete, das Rennen aber noch nicht vorbei war. Man fuhr um die nächste Kurve, dann um die nächste und dachte sich, gleich muss doch da irgendwo dieser Zieltorbogen stehen. Er kam und kam aber nicht. Man hörte in der Ferne Musik, man hörte Menschen jubeln. Irgendetwas stand hier doch noch bevor. Nachdem man sich gedanklich bereits in den Ruhemodus begeben hatte, war der plötzliche Anblick des Zieleinlaufs etwas schockierend. Entweder sollte dieser Teil der Veranstaltung bis zum Schluss geheim bleiben oder die Streckenführung wies in der Planung und Übertragung einige Schwächen auf – wir werden es nicht erfahren. In jedem Falle galt es noch einmal, einige hundert Meter hinauf zu treten. Ohne die vorherigen 120 km wäre dies sicherlich kein Problem gewesen. So aber war es recht herausfordernd, sich die Strapazen unter den Augen hunderter Zuschauer nicht anmerken zu lassen. Egal, wir gaben alles! Und dann stand der Typ wirklich da, mit Bengalo in der einen Hand und dem Mikro in der anderen. Er empfing ausnahmslos jeden und jede, als hätte er oder sie soeben olympisches Gold geholt. Und man kann sagen, dass allen Absolventen dieser anspruchsvollen Strecke, dieses ehrwürdige Gefühl auch vollkommen zurecht zuteilwurde.


Rad Race 120 und der Café Cycle Club – zwei Institutionen die perfekt zusammenpassen. Großer Sport, Team-Spirit und das gewisse Etwas. Wir kommen definitiv wieder.





#Kerngeschäft


Der Coffee Ride im Mai startete in der Landeshauptstadt. Unsere liebe Kathrin S. hat sich bereiterklärt, diesen zu guiden. Eine anspruchsvolle Aufgabe, denn Ride Leader zu sein bedeutet weitaus mehr, als eine Strecke herauszusuchen und seine Nase ein wenig in den Wind zu halten. Daher an dieser Stelle nochmal großen Respekt, sich solchen Aufgaben überhaupt zu stellen. Wie für einen CCC Coffee Ride bei bestem Wetter typisch, war schnell ein gut 20 Frau und Mann starkes Peloton gefunden. Neue Gesichter trafen auf CCCler der ersten Stunde und manchmal ist es gar nicht so leicht, hier mal eben „Brücken“ zu bauen, damit schnell ein gut funktionierendes Peloton entsteht. Das klappt in der routinierten Hausrunde mit immer denselben Menschen, die alle schon zig Jahre auf dem Rad sitzen natürlich einfacher. Wir nehmen aus diesem Ride einiges für die Zukunft mit. Das Wichtigste zuerst: Es ist immer noch etwas ganz Besonderes und nichts Selbstverständliches, mit über 20 netten Menschen einen „ganz normalen“ Club Ride am Wochenende zu fahren. Spaß hat es mal wieder gemacht. Darüber hinaus muss uns allen klar sein, dass der Coffee Ride im CCC jener Ride ist, in dem auch völlige Rennrad-Neulinge willkommen sind. Denn wo sonst sollen sie ihre ersten Grouprides fahren?


Das Tempo des Coffee Rides orientiert sich im CCC völlig selbstverständlich (und jetzt kommt ein Begriff, den wir nicht mögen, der aber in einer messbaren Ausdauersportart wie der unseren, manchmal nicht vermieden werden kann) an der leistungsmäßig schwächsten Fahrerin bzw. dem schwächsten Fahrer im Peloton. Daher werden wir dem Coffee Ride auch niemals einen bestimmten Schnitt „aufdrücken“. Wir orientieren uns so, dass alle entspannt mitkommen. Das kann bei Tempo 26,5 der Fall sein, aber auch mal bei Tempo 31, wenn das ganze Peloton mit breitem Grinsen daherbraust. Nein, sicher nicht bei Tempo 19, denn wir sitzen ja schon auf Rennrädern und verstehen uns auch als Sportclub. Aber wir denken, die Message ist klar. Die Zusammensetzung entscheidet und wir hören aufeinander. Und ein letzter Punkt: Lasst uns verstärkt auf Handzeichen und Kommunikation im Peloton achten. Es dient der Sicherheit aller.


Neue Member


Wir freuen uns sehr, Tobi E. aus Wuppertal neu bei uns zu begrüßen. Welcome To The Family


What's next?


Mit einige Kilometern in den Beinen und sehr vielen tollen Erinnerungen starten wir also in den Juni. Auch hier wird es wieder Großes zu erleben geben. Es stehen die Road to Paris und der Dreiländergiro auf dem Programm. Gespickt wird der Monat mit Coffee-Ride und Midweek-Meetups sein. Es wird wieder eine bunte Vielfalt geben, sodass abermals alle auf ihre Kosten kommen werden. Wachst also schon mal die Ketten - oder nutzt Dry Fluid.


#watts&coffee

#hatkeiner

#einradsommerwieerimbuchesteht


Eure Soigneurs

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